{"id":253,"date":"2018-10-30T18:44:38","date_gmt":"2018-10-30T16:44:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/?page_id=253"},"modified":"2019-10-24T14:05:59","modified_gmt":"2019-10-24T12:05:59","slug":"astronomie-in-namibia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/astronomie-in-namibia\/","title":{"rendered":"Astronomie-Geschichte in Namibia"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #008000;\"><b><span style=\"color: #808080;\">Historische Berichte \u00fcber die Entwicklung der Astronomie in Namibia (1972 &#8211; 2000)<\/span><br><\/b><\/span><\/h4>\n<p><a href=\"#bericht1\">Ein gro\u00dfer Tag f\u00fcr das Heidelberger Max-Planck-lnstitut f\u00fcr Astronomie<\/a><br><a href=\"#bericht2\">Bonn warnt vor Sternwartenbau in S\u00fcdwestafrika<\/a><br><a href=\"#bericht3\">Stellungnahme der Max-Planck-Gesellschaft<\/a><br><a href=\"#bericht4\">GAMSBERG \u2013 was nun? &#8211; Hans Els\u00e4sser \u2013 Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie<\/a><br><a href=\"#bericht5\">Eine Leistungsstarke Amateursternwarte in Namibia<\/a> (Beginn der IAS)<strong><br><\/strong><\/p>\n<hr>\n<p><a name=\"bericht1\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Ein gro\u00dfer Tag f\u00fcr das Heidelberger Max-Planck-lnstitut f\u00fcr Astronomie<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Max-Planck-Gesellschaft<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Sterne und Weltraum 4\/1972 <\/strong>(S. 91-93)<\/span><\/p>\n<p>Das Kernst\u00fcck des ersten gro\u00dfen deutschen Spiegelteleskops von internationalem Rang, der Rohling des gl\u00e4sernen Spiegeltr\u00e4gers, wurde am 3. M\u00e4rz bei Schott in Mainz gegossen. Damit kommt die Erf\u00fcllung eines mehr als 60 Jahre alten Traums deutscher Astronomen einen entscheidenden Schritt voran. Wenn dieses Teleskop etwa 1980 in Betrieb geht, steht den Mitarbeitern des Max-Planck-lnstituts f\u00fcr Astronomie und ihren Kollegen aus der ganzen Welt ein Instrument zur Verf\u00fcgung, das dem ber\u00fchmten amerikanischen Mount Palomar-Teleskop ebenb\u00fcrtig sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Schon vor 60 Jahren wollten die deutschen Astronomen gern in s\u00fcdlichen L\u00e4ndern eine Sternwarte haben, um nicht &#8211; wie in Deutschland leider unumg\u00e4nglich &#8211; die meiste Zeit des Jahres durch Wolken an ihren n\u00e4chtlichen Beobachtungen gehindert zu sein. Bisher m\u00fcssen deutsche Astronomen, wenn sie mit leistungsf\u00e4higen optischen Teleskopen arbeiten wollen, nach Amerika gehen oder sich auf die Theorie beschr\u00e4nken, in der die deutsche Astronomie nach wie vor einen guten Namen hat. Bei uns gibt es heute nur Spiegelteleskope von 1 Meter Spiegeldurchmesser und darunter.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Als Anfang der sechziger Jahre aufsehenerregende Entdeckungen der Radioastronomen der optischen Astronomie neue Impulse gaben, wollte man auch in Deutschland auf diesem traditionsreichen Forschungsgebiet nicht l\u00e4nger abseits stehen. Die deutschen Astronomen griffen die alten Pl\u00e4ne wieder auf und fanden auch in Bonner Ministerien ein offenes Ohr f\u00fcr ein gro\u00dfes deutsches Sternwarten-Projekt. Es zeigte sich. jedoch bald, dass dessen Realisierung nur innerhalb einer gro\u00dfen Forschungsorganisation m\u00f6glich sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"textblock\">So nahm sich die Max-Planck-GeselIschaft des Vorhabens an und gr\u00fcndete 1968 das Max-Planck-lnstitut f\u00fcr Astronomie mit Professor Hans Els\u00e4sser als Direktor. Das neue Institut fand zun\u00e4chst Unterschlupf als Untermieter der Heidelberger Landessternwarte, die zur Zeit in Personalunion gleichfalls von Professor Els\u00e4sser geleitet wird. Mit den Bauarbeiten f\u00fcr den neuen Institutskomplex der Max-Planck-Gesellschaft ist in der Nachbarschaft der Landessternwarte auf dem K\u00f6nigstuhl in Heidelberg begonnen worden. 1974 hofft man, diese R\u00e4umlichkeiten beziehen zu k\u00f6nnen. Das Institut soll dann einen Personalstand von etwa 150 Mitarbeitern erreichen. Es wird jedoch nur die Funktion eines &#8222;Mutterschiffs&#8220; haben und der Vorbereitung der Experimente und Beobachtungen dienen, die dann in zwei eigenen Sternwarten au\u00dferhalb der Bundesrepublik durchgef\u00fchrt werden. Um zu einer umfassenden Beobachtung des gesamten Himmels zu kommen, wird die eine Sternwarte auf der n\u00f6rdlichen Erdhalbkugel, die andere auf der s\u00fcdlichen Halbkugel errichtet. F\u00fcr die Wahl der Standorte war und ist entscheidend, dass m\u00f6glichst viele sternklare N\u00e4chte zu erwarten sind. So fand man nach sorgf\u00e4ltiger Auswertung von Wettersatelliten-Aufnahmen und nach Sichtuntersuchung an Ort und Stelle eine 2168 Meter hohe, besonders g\u00fcnstige Bergkuppe in S\u00fcdostspanien, in der Sierra de los Filabres, etwa 60 km n\u00f6rdlich von Almeria. Hier kann man pro Jahr mit etwa 200 N\u00e4chten rechnen, w\u00e4hrend denen jeweils 6 Stunden lang astronomische Beobachtungen und Messungen m\u00f6glich sind. Ein Vertrag mit der spanischen Regierung \u00fcber die Errichtung und Betrieb dieser Sternwarte steht zur Zeit unmittelbar vor dem Abschluss.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Diese Nordsternwarte soll ausgestattet werden mit drei gro\u00dfen optischen Ger\u00e4ten, mit einem 1,2-Meter-Teleskop der Deutschen Forschungsgemeinschaft, mit dem Schmidt-Spiegel der Sternwarte Harnburg-Bergedorf und mit einem 2,2-Meter-Teleskop, das zur Zeit bei der Firma Zeiss in Oberkochen im Auftrag der Max-Planck-Gesellschaft gebaut wird und 1973 ausgeliefert werden soll. M\u00f6glicherweise findet hier auch das gro\u00dfe 3,5-Meter-Teleskop Aufstellung. Man w\u00fcrde damit jedoch lieber auf die S\u00fcdhalbkugel gehen, von wo aus es noch mehr zu erforschen gibt. Alle gro\u00dfen Teleskope sind bisher auf den n\u00f6rdlichen Sternhimmel gerichtet. Au\u00dferdem erh\u00e4lt die S\u00fcdsternwarte gleichfalls ein 2,2-Meter-Teleskop. Es ist optisch mit dem f\u00fcr die Nordsternwarte identisch.<\/p>\n<div><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-128 alignleft\" src=\"http:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/gb_mpg.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/gb_mpg.jpg 450w, https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/gb_mpg-300x214.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/>Abb. 1: Der 2350 Meter hohe Gamsberg, etwa 120 km s\u00fcdwestlich von Windhoek am Rande der Namib-W\u00fcste gelegen, auf dem vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie zur Zeit Sichtuntersuchungen durchgef\u00fchrt werden.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<p class=\"textblock\">Offen ist bisher noch die Frage, wohin die S\u00fcdsternwarte des Heidelberger Max-Planck-lnstituts kommen soll. Es bieten sich daf\u00fcr zwei Standorte an, einer in Chile im Vorgebirge der Anden, der andere in S\u00fcdwestafrika. Beide sind klimatisch besonders beg\u00fcnstigt durch kalte Meeresstr\u00f6mungen, die vor der K\u00fcste von S\u00fcdamerika beziehungsweise S\u00fcdwestafrika in Richtung \u00c4quator flie\u00dfen. Sie lassen die von Westen kommenden Winde schon auf dem Meer abregnen, so dass sie mit dem Auftreffen auf das Land sehr trocken sind. Der Standort in Chile l\u00e4ge in den s\u00fcdlichen Ausl\u00e4ufern der Atacama-W\u00fcste, etwa 500 km n\u00f6rdlich von Santiago de Chile, in der N\u00e4he des Standortes f\u00fcr die europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte (ESO) und mehrerer S\u00fcdsternwartenprojekte der USA. Hier sind 219 klare N\u00e4chte pro Jahr zu erwarten. Der Standort in S\u00fcdwestafrika w\u00e4re der 2350 Meter hohe Gamsberg, der 120 km s\u00fcdwestlich von Windhoek am Rande der Namib-W\u00fcste liegt. Hier werden zur Zeit Sichtbeobachtungen durchgef\u00fchrt, die eine wichtige Grundlage f\u00fcr die endg\u00fcltige Standort-Entscheidung bilden sollen. Die seitherigen Beobachtungsergebnisse deuten an, dass hier die Zahl der klaren N\u00e4chte sicher nicht geringer sein wird als in Chile. F\u00fcr diesen Standpunkt sprechen nicht zuletzt die wesentlich g\u00fcnstigeren Verkehrsverbindungen von Deutschland aus und die \u00dcberlegung, dass nicht alle gro\u00dfen Teleskope f\u00fcr die S\u00fcdhalbkugel in einem eng begrenzten Raum mit gleichen Wetterbedingungen konzentriert sein sollten. Bei gr\u00f6\u00dferer r\u00e4umlicher Trennung k\u00f6nnten sie sich wissenschaftlich viel besser erg\u00e4nzen. Die Schlechtwetterperioden liegen in Chile zwischen Mai und August, in S\u00fcdwestafrika dagegen zwischen November und M\u00e4rz.<\/p>\n<p class=\"textblock\">\u00dcber den Bau des 3,5-Meter-Teleskops hat die Max-Planck-Gesellschaft im August vergangenen Jahres einen Rahmenvertrag mit der Firma Carl Zeiss in Oberkochen geschlossen. Wenn der jetzt bei der Jenaer Glaswerk Schott &amp; Gen. gegossene Spiegelrohling in einigen Monaten abgek\u00fchlt ist, wird er in Oberkochen geschliffen und weiter bearbeitet. Als Gesamtbauzeit f\u00fcr das gro\u00dfe Spiegelteleskop muss man mit sechs bis acht Jahren rechnen, so dass die ersten Beobachtungen etwa 1980 m\u00f6glich sein sollten. Bis dahin d\u00fcrfte es auf der Welt etwa acht Teleskope dieser Gr\u00f6\u00dfe und dieses Ranges geben.<\/p>\n<p class=\"textblock\">In diesen weltweiten Anstrengungen zum Bau neuer gro\u00dfer Teleskope spiegelt sich die erstaunliche Entwicklung der Astronomie der letzten Jahre. Die Weltraumforschung mit Raketen, Satelliten und gro\u00dfen Radioteleskopen &#8211; auch diese Forschungsrichtungen werden von der Max-Planck-Gesellschaft in verschiedenen gro\u00dfen Instituten verfolgt &#8211; haben die optische Astronomie keineswegs \u00fcberfl\u00fcssig gemacht. Vielmehr wurde sie dadurch aufgewertet und befindet sich heute in einer sehr aufregenden Phase. Die neu entdeckten kosmischen Objekte wie Pulsare, Quasare und Radiogalaxien bed\u00fcrfen erg\u00e4nzender Beobachtungen und Untersuchungen im optischen Wellenbereich. Astronomisches Beobachten besteht ja heute nicht mehr im simplen photographieren des Himmels, sondern verlangt sehr detaillierte Spektralanalysen von bestimmten kosmischen Objekten.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Ein gro\u00dfes Spiegelteleskop ist zun\u00e4chst nur, um mit den Worten von Professor Els\u00e4sser zu sprechen, ein gro\u00dfer &#8222;Korb&#8220;, in dem m\u00f6glichst viele Lichtteilchen &#8211; sogenannte Lichtquanten &#8211; gesammelt werden. Die muss man dann auf vielf\u00e4ltige Weise untersuchen und analysieren. Diese Auswertetechniken sind f\u00fcr den wissenschaftlichen Erfolg genau so wichtig, wie die Gr\u00f6\u00dfe des Spiegels. Darum wird das gro\u00dfe Spiegelteleskop des Heidelberger Max-Planck-lnstituts in seinen Beobachtungsm\u00f6glichkeiten keineswegs dem ber\u00fchmten Mount Palomar-Teleskop nachstehen, obgleich dieses einen 5-Meter-Spiegel hat. Ein entscheidender Vorteil ist dabei auch das neue glaskeramische Material, aus dem der Spiegeltr\u00e4ger gegossen wird.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Nat\u00fcrlich wollen die Max-Planck-Wissenschaftler an diesen Instrumenten auch Kollegen von au\u00dferhalb im gro\u00dfen Stil arbeiten lassen. Die beiden neuen Sternwarten sollen einmal Zentren internationaler Forschung werden, \u00e4hnlich wie das Mount Palomar-Observatorium seit Jahrzehnten den Astronomen der ganzen Welt mit seinen Beobachtungsergebnissen weitergeholfen hat.<\/p>\n<hr>\n<p><a name=\"bericht2\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Bonn warnt vor Sternwartenbau in S\u00fcdwestafrika<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Jochen M. Raffelberg<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Sterne und Weltraum 4\/1972 <\/strong>(S. 93)<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\">Bonn, 9. M\u00e4rz (Reuter) &#8211; Die Bundesregierung hat der Max-Planck-Gesellschaft aus politischen Gr\u00fcnden mit der Streichung von Finanzmitteln f\u00fcr den Fall gedroht, dass diese Forschungsinstitution in der ehemaligen deutschen Kolonie S\u00fcdwestafrika das Projekt einer Gro\u00dfsternwarte verwirklichen sollte. Die Max-Planck-Gesellschaft untersucht gegenw\u00e4rtig noch die wissenschaftlichen Voraussetzungen f\u00fcr den Standort des Observatoriums.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Ein Sprecher der von Bund und L\u00e4ndern getragenen Einrichtung teilte jedoch mit, dass die Bedingungen in dem von den Vereinten Nationen als Namibia bezeichneten Territorium &#8222;au\u00dferordentlich&#8220; gut seien. Ein Gel\u00e4nde in der N\u00e4he der s\u00fcdwestafrikanischen Verwaltungshauptstadt Windhuk sei bereits in den Besitz der Max-Planck-Gesellschaft \u00fcbergegangen, f\u00fcgte der Sprecher hinzu.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Wie der Staatssekret\u00e4r im Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Wissenschaft, Hans-Hilger Haunschild, am Donnerstag auf Anfrage in Bonn bekannt gab, hat der scheidende Wissenschaftsminister Hans Leussink bereits im vergangenen Jahr an die Leitung der Max-Planck-Gesellschaft geschrieben und gebeten, neben Namibia auch andere m\u00f6gliche Standorte wie Chile, Argentinien und Australien f\u00fcr das Observatorium in Betracht zu ziehen.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Haunschild erkl\u00e4rte, die Gesellschaft habe zu erkennen gegeben, dass sie sich &#8222;der Problematik der Angelegenheit&#8220; im klaren sei. Wenn sich die Max-Planck-Gesellschaft trotzdem, aus welchen Gr\u00fcnden immer, f\u00fcr Namibia entscheiden sollte, k\u00f6nnten die Geldgeber &#8222;durchaus&#8220; die Finanzmittel f\u00fcr &#8222;einzelne Projekte streichen&#8220;, sagte Haunschild.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Die der Einrichtung in diesem Jahr von Bund und L\u00e4ndern bewilligten Zusch\u00fcsse betragen den Angaben des Staatssekret\u00e4rs zufolge rund 300 Millionen Mark.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Schon bei einer fr\u00fcheren Gelegenheit hatte Haunschild erkl\u00e4rt, dass bei &#8222;Konflikten zwischen Regierungen und Wissenschaftsorganisationen&#8220; in der Frage internationaler Zusammenarbeit der politische Standpunkt &#8222;stets ausschlaggebend&#8220; sein m\u00fcsse. &#8222;Wissenschaftsorganisationen sollten bei ihren Internationalen Beziehungen daher nur in \u00dcbereinstimmung mit ihrer Regierung vorgehen&#8220;, f\u00fcgte der Staatssekret\u00e4r vor der Konferenz Westeurop\u00e4ischer Forschungsr\u00e4te in Aarhus (D\u00e4nemark) hinzu.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Das Bundeswissenschaftsministerium k\u00f6nne sich im Falle eines widerspr\u00fcchlichen Verhaltens der Max-Planck-Gesellschaft auch gezwungen sehen, gemeinsam mit dem Ausw\u00e4rtigen Amt zu handeln. Die Bundesregierung, so unterstrich Haunschild, wolle sich an entsprechende Resolutionen der Vereinten Nationen halten, in denen geraten wird, von Investitionen in S\u00fcdafrika Abstand zu nehmen.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Der Staatssekret\u00e4r wies darauf hin, dass eine &#8222;vielleicht schon bald auf die Bundesrepublik zukommende Mitgliedschaft in der Weltorganisation nicht so begonnen werden sollte&#8220;, Eine Entscheidung der Max-Planck-Gesellschaft \u00fcber die Standortfrage sei in diesem Jahr jedoch nicht mehr zu erwarten, sagte Haunschild.<\/p>\n<p class=\"textblock\"><b>Auf dem &#8222;Gamsberg&#8220; wird die Sicht gepr\u00fcft<\/b><\/p>\n<p class=\"textblock\">Nach Mitteilung der Max-Planck-Gesellschaft (Sitz M\u00fcnchen) sind dem 1967 gegr\u00fcndeten Max-Planck-lnstitut f\u00fcr Optische Astronomie (Heidelberg) zwei Beobachtungsstationen angegliedert, von denen eine auf der Nordhalbkugel, die andere auf der S\u00fcdhalbkugel stehen soll.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Die Sternwarte der Nordhalbkugel wird bei Almeria in Spanien errichtet werden. Die Unterzeichnung eines Staatsvertrages sowie eines Regierungsabkommens hier\u00fcber steht nach Angaben der Gesellschaft bevor. Als Investitionsvolumen f\u00fcr Almeria wurde eine Summe um 50 Millionen Mark genannt.<\/p>\n<p class=\"textblock\">F\u00fcr den Standort der Sternwarte auf der S\u00fcdhalbkugel bieten sich Namibia, Chile, Argentinien und Australien an. \u00dcberall werden zur Zeit Sichtuntersuchungen durchgef\u00fchrt. Ein Sprecher der Max-Planck-Gesellschaft sprach sich jedoch f\u00fcr Namibia aus.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte er an, dass vor allem die wissenschaftlichen Voraussetzungen f\u00fcr den Standort Namibia &#8222;au\u00dferordentlich&#8220; gut seien. F\u00fcr Namibia sprechen nach Ansicht der Einrichtung auch der k\u00fcrzere Reiseweg von Europa und &#8222;geringe Erschlie\u00dfungskosten&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Die Gesellschaft hat eigenen Angaben zufolge in der N\u00e4he von Windhuk bereits ein &#8222;zig Hektar&#8220; gro\u00dfes Grundst\u00fcck gekauft, auf dem Sichtuntersuchungen durchgef\u00fchrt werden. Das Gel\u00e4nde hei\u00dft &#8222;Gamsberg&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Auch der Sprecher der Max-Planck-Gesellschaft betonte, dass eine Standortentscheidung noch nicht getroffen worden sei. Die Investitionskosten f\u00fcr das S\u00fcdhalbkugel-Observatorium sollen etwas niedriger sein als die f\u00fcr das AImeria-Projekt.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Zur Arbeitsausr\u00fcstung der beiden Observatorien geh\u00f6ren vier neue Spiegel-Teleskope. Das kleinste von ihnen hat eine \u00d6ffnung von 1,23 m, das gr\u00f6\u00dfte soll eine \u00d6ffnung von 3.50 m haben. Die Kosten f\u00fcr dieses, eines der leistungsst\u00e4rksten erdgebundenen optischen Ger\u00e4te \u00fcberhaupt, werden von Fachleuten auf 30 Millionen Mark gesch\u00e4tzt. Seine Bauzeit wird etwa acht Jahre betragen. Das 170 t schwere Teleskop (Gewicht des Rohlings: 13.5 t) soll wahrscheinlich auf der S\u00fcdhalbkugel eingesetzt werden.<\/p>\n<hr>\n<p><a name=\"bericht3\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Stellungnahme der Max-Planck-Gesellschaft<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Sterne und Weltraum 4\/1972 <\/strong>(S. 93-94)<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\">Unter der Oberschrift &#8222;Bonn warnt vor Sternwartenbau in S\u00fcdwestafrika&#8220; hat die Nachrichtenagentur Reuter am 9. M\u00e4rz einen Bericht \u00fcber die Sternwartenprojekte der Max-Planck-Gesellschaft ver\u00f6ffentlicht, der einer Erg\u00e4nzung bedarf. Die Max-Planck-Gesellschaft erkl\u00e4rt dazu:<\/p>\n<p class=\"textblock\">Die Gr\u00fcndung des Max-Planck-lnstituts f\u00fcr Astronomie erfolgte 1968 auf Empfehlung des Wissenschaftsrats mit dem Ziel, die Arbeitsm\u00f6glichkeiten der deutschen Astronomen insgesamt zu verbessern. Der Aufbau des Instituts geschieht abschnittsweise mit F\u00f6rderung durch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Wissenschaft. Neben dem Stamminstitut in Heidelberg wird zun\u00e4chst eine Sternwarte in Spanien errichtet. Sie erh\u00e4lt zwei Teleskope, eins von 1,2 Meter \u00d6ffnung, das andere mit einem 2,2-Meter-Spiegel. Die Frage des Standorts f\u00fcr das gro\u00dfe, bereits in Auftrag gegebene 3,5-Meter-Teleskop wird zur Zeit gepr\u00fcft. Es ist offen, ob es auch in die spanische Sternwarte oder auf die S\u00fcdhalbkugel kommt. Diese Entscheidung soll in Abstimmung mit anderen europ\u00e4ischen Teleskop-Projekten erfolgen. Dar\u00fcber wird zur Zeit beraten.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Sollte die Entscheidung \u00fcber die Aufstellung dieses Teleskops f\u00fcr die S\u00fcdhalbkugel fallen, w\u00fcrden aus wissenschaftlicher Sicht mehrere Standorte in Frage kommen. Dabei spielen die Sichtm\u00f6glichkeiten eine ausschlaggebende Rolle. Vergleichende Beobachtungen werden zur Zeit in Chile und S\u00fcdwestafrika durchgef\u00fchrt. Der Ankauf eines gr\u00f6\u00dferen Gel\u00e4ndes in S\u00fcdwestafrika dient in erster Linie der Durchf\u00fchrung dieser Untersuchungen. Der Kaufpreis f\u00fcr dieses W\u00fcstenst\u00fcck betrug seinerzeit etwa 12.000 DM. Ein Vergleich der bisherigen Ergebnisse dieser noch nicht abgeschlossenen Sichtuntersuchungen l\u00e4sst erkennen, dass die Beobachtungsm\u00f6glichkeiten am Standort in S\u00fcdafrika gleich gut wenn nicht besser als in Chile sind.<\/p>\n<p class=\"textblock\">Es besteht v\u00f6llige Obereinstimmung zwischen dem Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Wissenschaft und der Max- Planck-Gesellschaft dar\u00fcber, dass bei der endg\u00fcltig zu treffenden Standortentscheidung, an der im Senat der Max-Planck-Gesellschaft auch Vertreter der Bundesregierung mitwirken, politische Gegebenheiten voll zu ber\u00fccksichtigen sein werden.<\/p>\n<hr>\n<p><a name=\"bericht4\"><\/a><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>GAMSBERG &#8211; was nun?<\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #808080;\">Hans Els\u00e4sser &#8211; Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie<\/span><br><span style=\"color: #808080;\"><strong>Sterne und Weltraum 39 [2-3\/2000] <\/strong>(S. 121ff)<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Der Tafelberg in Namibia geh\u00f6rt zu den f\u00fcr Astronomie am besten geeigneten Pl\u00e4tzen auf der s\u00fcdlichen Hemisph\u00e4re. Hier folgt ein Bericht \u00fcber die neueren Bem\u00fchungen um seine Nutzung als Standort eines internationalen Observatoriums.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Im Juni 1996 erhielt ich aus Pretoria von Dr. Khoto Mokhele, dem neuen Pr\u00e4sidenten der s\u00fcdafrikanischen Foundation for Research and Development (FRD), einen Brief des Inhalts, seine Regierung habe beschlossen, sich an der Realisierung des gemeinsam projektierten &#8222;Internationalen Gamsberg-Observatoriums&#8220; (Igo) nicht zu beteiligen. Sie wolle vielmehr ihre begrenzten Mittel auf die F\u00f6rderung von Wissenschaft und Forschung im eigenen Land konzentrieren; f\u00fcr die Astronomie bedeute das, an dem Standort Sutherland festzuhalten und dessen vorhandene Infrastruktur zu nutzen.<\/span><\/p>\n<p class=\"headline\"><span style=\"color: #808080;\">S\u00fcdafrikanische Pl\u00e4ne<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Eine neue leistungsf\u00e4hige Sternwarte als gemeinsame Anstrengung S\u00fcdafrikas, Namibias und Deutschlands kam 1992\/93 ins Gespr\u00e4ch, nachdem in der Republik S\u00fcdafrika der Entschluss gefasst war, entscheidende Schritte zugunsten der optischen Astronomie zu unternehmen. Als einziges aktives Zentrum im s\u00fcdlichen Afrika genoss das nationale Observatorium in Kapstadt mit seiner Beobachtungsstation in Sutherland zwar nach wie vor einen weltweit guten Ruf, seine instrumentelle Ausstattung war aber seit langem nicht mehr auf der H\u00f6he der Zeit. Das ist auch ein Grund daf\u00fcr, warum die Astronomie Afrikas im Vergleich zu Australien und S\u00fcdamerika merklich zur\u00fcckliegt. Schon seit Jahren waren die s\u00fcdafrikanischen Kollegen mit der Planung eines Teleskops der 4-m-Klasse besch\u00e4ftigt und hatten dazu umfangreiche, ins Detail gehende Studien erarbeitet. Sie dachten an ein Instrument \u00e4hnlich dem &#8222;New Technology Telescope&#8220; (NTT) der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (Eso) in Chile. Jetzt ging es um die Verwirklichung dieser Pl\u00e4ne.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Der Gamsberg kam als eventueller Aufstellungsort ins Spiel, da Dr. Michael Feast, der damalige Direktor am Kap, offenbar Vorbehalte gegen Sutherland hatte und nach einem besseren Platz suchte. Ich kannte ihn schon seit vielen Jahren und hatte ihm von den herausragenden Qualit\u00e4ten des Gamsbergs erz\u00e4hlt, und auch davon, dass das Plateau des Berges von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) angekauft worden war. Nach einer Ortsbesichtigung im April 1991, gemeinsam mit dem englischen Astronomer Royal Graham Smith, schlug Feast mir vor, in Kontakt mit der FRD, der f\u00fcr die Grundlagenforschung S\u00fcdafrikas, und damit auch f\u00fcr die Astronomie zust\u00e4ndigen staatlichen Organisation, auszuloten, ob eine gemeinsame Gamsberg-Sternwarte auf den Weg gebracht werden k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p class=\"headline\"><span style=\"color: #808080;\">Der erste Anlauf<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #808080;\">Bei der Gr\u00fcndung des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Astronomie (MPIA) Ende der sechziger Jahre waren neben der Zentrale in Heidelberg zwei Observatorien, das eine auf der Nord-, das andere auf der S\u00fcdhalbkugel vorgesehen. Die Sternwarte f\u00fcr den n\u00f6rdlichen Himmel ist als Deutsch-Spanisches Astronomisches Zentrum auf dem Calar Alto in Andalusien entstanden. Heute arbeiten dort f\u00fcnf Teleskope mit \u00d6ffnungen bis zu 3.5 Metern. F\u00fcr die Sternwarte auf der S\u00fcdhalbkugel dachten wir an das s\u00fcdwestliche Afrika, wo die klimatischen Bedingungen im Bereich der subtropischen Hochdruckg\u00fcrtel zwischen 20 und 40 Grad s\u00fcdlicher Breite besonders g\u00fcnstig sind. Als idealer Platz stellte sich der 2350m hohe Gamsberg heraus, ein Tafelberg mit einem 2.5km langen und bis zu 800m breiten Plateau. Er liegt 120km s\u00fcdwestlich von Windhoek oberhalb der Namibw\u00fcste. Dort wurde 1970 eine Station f\u00fcr Testmessungen errichtet, deren Resultate unsere Erwartungen \u00fcbertrafen. Die Jahreskurve der Bew\u00f6lkung verl\u00e4uft komplement\u00e4r zu derjenigen der chilenischen Eso-Region: Die langen Wintern\u00e4chte von April bis Oktober sind besonders wolkenarm, die j\u00e4hrliche Zahl photometrischer N\u00e4chte ist mit ca. 230 fast identisch mit der in Chile. Die extreme Reinheit der Atmosph\u00e4re ist nicht nur durch Extinktionsmessungen belegt, sondern auch durch die Erfahrung, dass vom Gamsberg aus die mehr als 100km entfernten Berge bei Windhoek h\u00e4ufig zu sehen sind. Der Nachthimmel ist angesichts der extrem d\u00fcnn besiedelten Umgebung v\u00f6llig frei von k\u00fcnstlichem Licht. Seeing-Messungen, an beiden Orten mit denselben Methoden, ergaben f\u00fcr den Gamsberg Werte, die denen von La Silla, dem Eso-Berg, mindestens gleichkommen. Unter dem Eindruck dieser<\/span> <span style=\"color: #808080;\">g\u00fcnstigen Daten konnten wir dann alsbald die Hochebene des Gamsbergs, die landwirtschaftlich kaum zu nutzen ist, von dem bisherigen Besitzer, einem Farmer der Umgebung, zu einem g\u00fcnstigen Preis f\u00fcr die MPG erwerben. Dadurch wollten wir auch zu bef\u00fcrchtenden Spekulationen nach Bekanntwerden unserer Pl\u00e4ne zuvorkommen. Ein gewichtiges Handikap des Gamsbergs sei nicht verschwiegen: der schwierige Zugang zum Plateau. Den Fu\u00df des Berges kann man von Windhoek aus in zwei bis drei Stunden \u00fcber eine der Hauptstra\u00dfen des Landes bequem erreichen. Die Hohe zu erklimmen ist weniger leicht. Im ersten Jahr der Testmessungen hat das Dr. Thorsten Neckel viele Male zu Fu\u00df geleistet. Um oben eine kleine Beobachtungsstation mit einem 50-cm-Teleskop und einigen Baracken errichten zu k\u00f6nnen, ist dann eine schmale, serpentinenreiche &#8222;Pad&#8220; angelegt worden, die nur mit gel\u00e4ndeg\u00e4ngigen Fahrzeugen und nicht ohne ein gewisses Risiko zu bew\u00e4ltigen ist. Das konnte nur eine vorl\u00e4ufige L\u00f6sung sein. Obwohl der Gamsberg gewiss einer der wenigen exzellenten Pl\u00e4tze ist, die es heute weltweit noch gibt, konnte die geplante Sternwarte nicht verwirklicht werden. Die Politik hat es verhindert, insbesondere der Einspruch der Bundesregierung, die deutsche Investitionen im ehemaligen Deutsch-S\u00fcdwestafrika im Hinblick auf einschl\u00e4gige UN-Resolutionen unterbinden wollte. Nach der sp\u00e4teren Gr\u00fcndung Namibias als autonomer Staat waren dann die Chancen f\u00fcr eine deutsche Sternwarte auf dem Gamsberg wegen fehlender Mittel dahin. Das zu jenem Zeitpunkt f\u00fcr den Gamsberg gedachte und bereits fertiggestellte 2.2-m-Teleskop, ein Duplikat des 2.2 auf dem Calar Alto, ging schlie\u00dflich als Leihgabe zur Eso nach La Silla und tut dort seit 1980 gute Dienste. Die Einzelheiten dieser politischen Querelen, wie auch eine ausf\u00fchrlichere Darstellung der Gamsbergaktivit\u00e4ten des MPIA, sind meinem 1985 bei der DVA erschienenen Buch &#8222;Weltall im Wandel. Die neue Astronomie&#8220; auf den Seiten 275 ff. zu entnehmen.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"headline\"><span style=\"color: #808080;\">Das Projekt IGO<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #808080;\">Die ersten Treffen im Oktober 1992 mit der FRD in Pretoria und den Kollegen in Kapstadt verliefen vielversprechend; Chancen f\u00fcr eine neue Entwicklung auf dem Gamsberg zeichneten sich ab. Vor allem der damalige FRD-Pr\u00e4sident, Dr. Reinhard Arndt, lie\u00df starkes Interesse an einer internationalen Zusammenarbeit erkennen, nicht allein weil damit die Aussicht bestand, die betr\u00e4chtlichen Kosten einer modernen Sternwarte auf mehrere Schultern zu verteilen. Ein anderes, ihm nicht weniger wichtiges Motiv schien mir zu sein, durch verst\u00e4rkte internationale Kontakte der damaligen politischen Isolation S\u00fcdafrikas entgegenzuwirken. Im Jahr darauf folgte er unserer Einladung auf den Calar Alto, um<\/span> <span style=\"color: #808080;\">sich von den Anlagen und dem Betrieb eines modernen Observatoriums ein eigenes Bild zu machen. Das Streben nach politischer \u00d6ffnung war wohl mit ein Grund, warum Dr. Arndt mich bat, auf dem UN\/ESA-Workshop \u00fcber &#8222;Basic Space Science in Africa&#8220;, der 1993 in Lagos stattfand, das Projekt eines internationalen Observatoriums auf dem Gamsberg vorzustellen und andere afrikanische Staaten zur Mitwirkung zu ermuntern.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Selbstverst\u00e4ndlich war es besonders wichtig, Namibia mit ins Boot zu holen. Daf\u00fcr war die namibische Botschafterin in Bonn, Frau Nora Schimming-Chase, eine gro\u00dfe Hilfe. Von einem Besuch des Calar Alto wusste sie, um was es ging. Bei sich zuhause hat sie f\u00fcr das Vorhaben geworben und einen Beschluss ihrer Regierung veranlasst, der die neue Gamsberginitiative ausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dfte und jede m\u00f6gliche Unterst\u00fctzung zusagte. F\u00fcr Namibia war die mit einer solchen Einrichtung verbundene internationale Ausstrahlung verlockend. Man versprach sich auch neue interessante Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Landeskinder. Das Physik-Department der Universit\u00e4t Windhoek hoffte auf gemeinsame Programme, bei denen seine Studenten High-Tech-Methoden erlernen k\u00f6nnten.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Die Details des Projekts IGO wurden von einer Arbeitsgruppe entworfen, deren Mitglieder f\u00fcr S\u00fcdafrika der FRD-Vizepr\u00e4sident, Dr. Gerhard von Gruenewaldt, und der jetzige Direktor der Kapsternwarte, Dr. Bob Stobie, f\u00fcr Namibia Prof. Detlof von Oertzen von der Universit\u00e4t Windhoek, und f\u00fcr das MPIA der Direktor der Calar-Alto-Sternwarte, Dr. Kurt Birkle, und der fr\u00fchere Institutsbetreuer und Leiter der Rechtsabteilung der MPG, Dr. G\u00fcnter Prei\u00df, waren. Sie trafen sich 1994 und 1995 mehrmals in Heidelberg, in Windhoek und auf dem Calar Alto. Es ging nicht nur um die Planung der gesamten Anlage, sondern auch um die Kosten, die Organisationsform und, nicht zuletzt, um einen Qualit\u00e4tsvergleich von Gamsberg und Sutherland.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #808080;\">Das Hauptinstrument sollte entsprechend den Vorstellungen der Kap-Astronomen ein Teleskop der 4-m-Klasse sein. Bei den Kosten war ein nicht zu vernachl\u00e4ssigender Teil f\u00fcr die Infrastruktur vorzusehen. Nach einer schon fr\u00fcher vom MPIA bei der Firma H. Seelenbinder, Windhoek in Auftrag gegebenen Studie musste f\u00fcr eine gut ausgebaute Stra\u00dfe zum Plateau, sowie die Elektrizit\u00e4ts- und Wasserversorgung mit rund 10 Millionen DM gerechnet werden. Der Betrieb des IGO sollte im wesentlichen in s\u00fcdafrikanischen H\u00e4nden liegen, wie auch der \u00fcberwiegende Teil der Beobachtungszeit. F\u00fcr<\/span> <span style=\"color: #808080;\">uns vom MPIA stand nicht im Vordergrund, neue Beobachtungsm\u00f6glichkeiten am S\u00fcdhimmel zu erschlie\u00dfen. Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass Deutschland als Mitglied der Eso in Chile bereits mit potentem Instrumentarium Zugang zum S\u00fcdhimmel hat. Das vorrangige Ziel war vielmehr, den Gamsberg der wissenschaftlichen Nutzung zu \u00f6ffnen. In meinem Vortrag in Lagos vertrat ich das Konzept eines Wissenschaftsparks, da der Gamsberg nicht allein f\u00fcr die Astronomie attraktiv sei, sondern auch f\u00fcr andere Disziplinen, die auf einen ungest\u00f6rten H\u00f6henstandort, reine Atmosph\u00e4re etc. angewiesen sind. Die deutsche Seite wollte beim Igo vor allem zu den Investitionen beitragen. In dieser Hinsicht war Dr. Horst Skoludek, der fr\u00fchere Vorstandssprecher von C. Zeiss Oberkochen, ein ganz wichtiger Mitstreiter. Aufgrund seiner vielf\u00e4ltigen Kontakte zu Wirtschaft und Finanzwelt sah er Chancen, Sponsorengelder, inl\u00e4ndische wie ausl\u00e4ndische, einzuwerben und fand sich bei vielen Vorgespr\u00e4chen darin best\u00e4tigt. Namibia konnte als klassisches Entwicklungsland auf vielerlei internationale Unterst\u00fctzung hoffen. Die Bundesregierung bef\u00fcrwortete Ende 1995 das Igo-Projekt im direkten Kontakt mit der Regierung in Pretoria, zu diesem Zeitpunkt allerdings ohne finanzielle Zusagen, wollte das jedoch f\u00fcr die Zukunft nicht ausschlie\u00dfen. Seitens Namibias erhofften wir uns Mitwirkung bei den Erschlie\u00dfungs- und Infrastrukturma\u00dfnahmen.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Der Abschlussbericht der IGO-Arbeitsgruppe lag in seiner endg\u00fcltigen Form im April 1996 vor. Ein umfangreicher Teil waren die im wesentlichen von Dr. Prei\u00df erarbeiteten Entw\u00fcrfe f\u00fcr die erforderlichen rechtlichen Vereinbarungen, ohne die ein solches komplexes Gebilde weder geschaffen noch am Leben erhalten werden kann. Teilweise waren sie in Anlehnung an die deutsch-spanischen Vertr\u00e4ge f\u00fcr den Calar Alto formuliert.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Die wichtigste Aussage war die Empfehlung, das Projekt auf dem Gamsberg zu realisieren, dessen \u00fcberlegene Qualit\u00e4t als Standort f\u00fcr eine Sternwarte auch von den S\u00fcdafrikanern anerkannt wurde. Vermutlich spielte dabei Folgendes mit: Schon bei unseren ersten Diskussionen hatten sie mir als ihr Fernziel ein 8-m-Teleskop angedeutet, das man aber nicht in Sutherland aufstellen wolle. Deshalb sei es ratsam, nicht erst dann einen neuen Platz ins Auge zu fassen.<\/span><\/p>\n<p class=\"headline\"><span style=\"color: #808080;\">Die Zukunft?<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Die eingangs erw\u00e4hnte br\u00fcske Absage aus Pretoria wirkte wie eine kalte Dusche und l\u00f6ste bei den deutschen und namibischen Partnern nicht geringe Ver\u00e4rgerung aus &#8211; auch deshalb, weil die s\u00fcdafrikanischen Regierungsstellen von Anfang an \u00fcber die Intentionen zugunsten des Gamsbergs informiert waren. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den pl\u00f6tzlichen Meinungsumschwung konnten wir nur erahnen. Ein Faktor war gewiss das altersbedingte Ausscheiden von Dr. Arndt als FRD-Pr\u00e4sident und wichtiger Promoter der internationalen Kooperation. Auch mag der inzwischen erfolgte Wechsel des Regimes mit dem Ende der Apartheid und neuen politischen Priorit\u00e4ten eine Rolle gespielt haben. Eine Chance f\u00fcr die Astronomie des s\u00fcdlichen Afrikas und die Entwicklung Namibias ist so jedenfalls erneut vertan worden. Was nun? Auch wenn gegenw\u00e4rtig keine konkreten Vorhaben anstehen, wird das Gamsbergplateau weiterhin im Besitz der MPG bleiben. Es k\u00f6nnte in der Zukunft f\u00fcr die Wissenschaft noch von gro\u00dfem Wert sein. In der Vergangenheit sind immer wieder W\u00fcnsche laut geworden, dort oben Mess-Stationen zu errichten, f\u00fcr atmosph\u00e4rische Untersuchungen, zur Registrierung hochenergetischer kosmischer Strahlung und anderes. Die neuerdings gegr\u00fcndete &#8222;Spaceguard Foundation&#8220; mit Sitz in Frascati hat die Absicht ge\u00e4u\u00dfert, vom Gamsberg aus den s\u00fcdlichen Himmel nach bisher unbekannten Asteroiden zu durchmustern, die der Erde gef\u00e4hrlich nahe kommen k\u00f6nnten. Aber auch damit scheint es nichts zu werden. Der schwierige Zugang zum Plateau wirkt abschreckend.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Vor kurzem ist auf Initiative engagierter deutscher Amateurastronomen ein Verein gegr\u00fcndet worden, der auf der Farm Hakos am Fu\u00df des Gamsbergs eine Beobachtungsstation errichten will. Die begehrlichen Blicke gelten aber auch der fast 1000 Meter h\u00f6her gelegenen Tafelebene. N\u00e4heres dazu in einem der n\u00e4chsten Hefte.<\/span><\/p>\n<hr width=\"200\" align=\"left\">\n<p class=\"source\"><span style=\"color: #808080;\">Dieser Artikel wurde auch ver\u00f6ffentlicht in:<\/span><br><span style=\"color: #808080;\">Mitteilungen der Wissenschaftlichen Gesellschaft Namibia 41 [10-12\/2000] S. 18ff<\/span><\/p>\n<hr>\n<p><a name=\"bericht5\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Eine Leistungsstarke Amateursternwarte in Namibia<\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #808080;\">Von Karl-Ludwig Bath, Reinhart Claus, Jens L\u00fcdemann, Andreas Masche und Thorsten Neckel<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Sterne und Weltraum 39 [4\/2000] <\/strong>(S. 182ff)<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Allj\u00e4hrlich reisen Liebhaberastronomen zur Beobachtung des s\u00fcdlichen Sternhimmels nach Namibia. Doch der Transport von Teleskopen und Zubeh\u00f6r ist teuer und beschwerlich. Deshalb m\u00f6chte der Verein &#8222;Internationale Amateursternwarte&#8220; in Namibia eine Sternwarte mit leistungsstarken Teleskopen errichten.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Meistens sind die N\u00e4chte in Namibia wolkenlos. Fast nirgends im Land gibt es Anzeichen von Lichtverschmutzung. Zu n\u00e4chtlicher Stunde aufgenommene Satellitenbilder der Erde zeigen keine Anzeichen k\u00fcnstlicher Lichtquellen. Derart optimale Bedingungen f\u00fcr astronomische Beobachtungen sind nur noch an wenigen Stellen auf der Erde zu finden.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Astronomen k\u00f6nnen in Namibia die Pracht des s\u00fcdlichen Sternhimmels in vollen Z\u00fcgen erleben: Die hellsten Sternwolken der Milchstra\u00dfe wandern \u00fcber den Zenit und alln\u00e4chtlich sind die Magellanschen Wolken mit blo\u00dfem Auge zu sehen. Mit einem Fernrohr sind zahllose Juwelen des s\u00fcdlichen Sternhimmels zu entdecken: Omega Centauri, der gro\u00dfartigste aller Kugelsternhaufen, der Eta-Carinae-Nebel, der Tarantelnebel und vieles mehr.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">So ist es nicht verwunderlich, dass Namibia seit Jahrzehnten das Ziel der Astronomen ist. Cuno Hoffmeister, Gr\u00fcnder der Sternwarte Sonneberg, war der erste Astronom, der in Namibia, der damaligen deutschen Kolonie S\u00fcdwestafrika, die Wunder des s\u00fcdlichen Sternhimmels erforschte.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #808080;\">Im April 1999 gr\u00fcndeten Amateurastronomen den Verein &#8222;Internationale Amateursternwarte&#8220; (IAS). Sie haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Errichtung einer Amateursternwarte in Namibia, die allen interessierten<\/span> <span style=\"color: #808080;\">Liebhaberastronomen Beobachtungsm\u00f6glichkeiten bieten soll, wie sie f\u00fcr einen einzelnen nicht realisierbar sind. Die Mitglieder des Vereins sollen ohne eigenes Teleskop und damit ohne schweres Fluggep\u00e4ck und ohne gro\u00dfen zus\u00e4tzlichen finanziellen Aufwand nach Namibia reisen k\u00f6nnen, um dort zu beobachten &#8211; visuell, photographisch, oder mit CCD-Kamera.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Der Verein wurde am 13. November 1999 in das Vereinsregister eingetragen und sechs Wochen sp\u00e4ter als gemeinn\u00fctzig anerkannt. Die Autoren dieses Beitrags wurden bei der Vereinsgr\u00fcndung zu seinem Vorstand gew\u00e4hlt.<\/span><\/p>\n<p class=\"headline\"><span style=\"color: #808080;\">Der Standort der Sternwarte<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Geringe Bew\u00f6lkung und fehlende Lichtverschmutzung sind nicht die einzigen Qualit\u00e4ten, die ein Standort f\u00fcr eine Sternwarte aufweisen muss. So erwies sich der etwa 1600m hohe Brukaros im S\u00fcden Namibias als untauglich. Astronomen des Smithsonian-Instituts (USA) hatten hier in den 30er Jahren eine Station f\u00fcr Sonnenbeobachtungen betrieben. H\u00e4ufige Sandst\u00fcrme tr\u00fcbten den Himmel und die Station musste bald wieder aufgegeben werden.<\/span><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-144 alignleft\" src=\"http:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ias01.jpg\" alt=\"\" width=\"393\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ias01.jpg 393w, https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ias01-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/><br><span style=\"color: #808080;\">Abb. 1: Blick vom Farmhaus Hakos. Auf dem H\u00fcgel im Vordergrund, wo sich jetzt noch ehemalige Stallungen befinden, k\u00f6nnen Teleskope der IAS aufgestellt werden. Im Hintergrund der Gamsberg.<\/span><\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Ideale astronomische Bedingungen herrschen in den Hakosbergen. Dies ist ein Gebirgszug, der in etwa 150km Entfernung zur Atlantikk\u00fcste das s\u00fcdwestafrikanische, durchweg 1500-1800m hoch gelegene Hochland nach Westen begrenzt. Er weist mehrere Gipfel mit mehr als 2000m H\u00f6he \u00fcber N.N. auf, der h\u00f6chste Gipfel ist der 2347m hohe Gamsberg.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Westlich der Hakosberge f\u00e4llt das Land stetig zur K\u00fcste hin ab. Der Gamsberg war urspr\u00fcnglich als Standort einer S\u00fcdsternwarte des Max-Planck-Institutes f\u00fcr Astronomie in Betracht gezogen worden (s. Hans Els\u00e4sser: &#8222;Gamsberg, was nun?&#8220;, SuW 39, 121 [2-3\/2000]).<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Meteorologische Messungen und photometrische Beobachtungen mit einem 50-cm-Teleskop, die in den vergangenen 30 Jahren gewonnen wurden, zeigen, dass der Gamsberg aus astronomischer Sicht ein idealer Standort ist: Im Durchschnitt kann man hier mit etwa 220 wolkenlosen N\u00e4chten in einem Jahr rechnen. Die Schw\u00e4chung des Sternenlichtes durch Verunreinigungen der Atmosph\u00e4re betr\u00e4gt selten mehr als 5%, oft weniger als 2%. Das Seeing schwankt um eine Bogensekunde, ist also genauso gut wie in La Silla, einem der beiden Standorte der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte in Chile. Nur auf dem Paranal, dem Standort des Very Large Telescope, wurden noch etwas bessere Werte gemessen. Damit ist klar: Der Gamsberg ist, astronomisch gesehen, einer der besten Beobachtungspl\u00e4tze der Welt!<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Der Gamsberg w\u00fcrde sich demnach in idealer Weise als Standort der geplanten IAS-Sternwarte eignen. Doch gegenw\u00e4rtig ist er nur auf einer sehr steilen provisorischen Stra\u00dfe zu erreichen, auf der Baumaterial nur in kleinen Portionen hochgeschafft werden kann. Bau und Betrieb einer Sternwarte auf dem Gamsberg w\u00fcrden daher wesentlich h\u00f6here finanzielle Mittel erfordern, als ein gut erreichbarer Standort in seiner unmittelbaren N\u00e4he.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Hierf\u00fcr bietet sich die G\u00e4stefarm Hakos an, die bis zu 17 G\u00e4ste beherbergen kann. Sie liegt 1830m \u00fcber dem Meeresspiegel, in Sichtweite des Gamsbergs, 17km Luftlinie von ihm entfernt.<\/span><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-145 alignleft\" src=\"http:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ias02.jpg\" alt=\"\" width=\"393\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ias02.jpg 393w, https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ias02-300x285.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/><br><span style=\"color: #808080;\">Abb. 2: Die Strichspuren um den Himmelss\u00fcdpol zeigen, dass die Sterne sich auf Hakos dem Horizont n\u00e4hern, ohne dabei merklich schw\u00e4cher zu werden. (Beide Aufnahmen: Martin Quaiser)<\/span><\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Eigent\u00fcmer der Farm ist Walter Straube, der sie zusammen mit seiner Tochter Waltraud bewirtschaftet. Walter Straube war 25 Jahre f\u00fcr die Station des MPIA auf dem Gamsberg t\u00e4tig und ist dadurch mit Astronomen und ihren Bed\u00fcrfnissen bestens vertraut. Unserem Projekt, auf Hakos eine Sternwarte zu errichten, stehen Vater und Tochter Straube mit viel Sympathie gegen\u00fcber.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">So ist es auch nicht verwunderlich, dass auf Hakos schon seit Jahren eine kleine Sternwarte mit abfahrbarem Dach vorhanden ist. Darin befindet sich ein Celestron 8 auf einer \u00e4u\u00dferst stabilen Zeiss-Montierung, die aber leider keinen Deklinationsmotor besitzt und daher f\u00fcr die Astrophotographie nur bedingt geeignet ist. Daneben gibt es noch stabile S\u00e4ulen mit Anschlussm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die verbreiteten GP\/GPDX-Montierungen von Vixen (s. Sebastian Voltmer: &#8222;Astro-Urlaub auf der Farm Hakos in Namibia&#8220;, SuW 38, 994 [11\/1999]).<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Einen bestens geeigneten Platz f\u00fcr die Aufstellung vereinseigener Teleskope gibt es etwa 200m vom Farmgeb\u00e4ude entfernt. Nahe genug also, dass man ihn auch nachts problemlos zu Fu\u00df erreichen kann. Andererseits ist er so weit vom Farmgeb\u00e4ude entfernt, dass die n\u00e4chtlichen Sterngucker unbehelligt von den &#8222;nicht-astronomischen&#8220; G\u00e4sten auf der Farm ihrer Arbeit nachgehen k\u00f6nnen. Der Platz liegt auf einer kleinen Anh\u00f6he (siehe Abb. 1), was den n\u00e4chtlichen Temperaturabfall vermindert, und bietet einen 360\u00b0-Rundblick. Der Horizont ist niedrig, er liegt in keiner Richtung h\u00f6her als 5\u00b0.<\/span><\/p>\n<p class=\"headline\"><span style=\"color: #808080;\">Was wurde bisher erreicht?<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Mehrere Mitglieder waren inzwischen in Namibia, um den Gamsberg und seine Umgebung kennenzulernen. 1998 haben einige von uns \u00fcber einen Zeitraum von zwei Wochen vergleichende Seeingmessungen auf dem Gamsberg und auf Hakos durchgef\u00fchrt. Obwohl dieser Zeitraum nur kurz war, so hatte sich doch gezeigt, dass auf Hakos h\u00e4ufig sehr gutes Seeing anzutreffen ist. Allerdings ist zu erwarten, dass die atmosph\u00e4rische Extinktion auf dem Gamsberg etwas geringer und gleichm\u00e4\u00dfiger ist als im Unterland.<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Aber dennoch konnte auf Hakos in vielen N\u00e4chten die Milchstra\u00dfe bis zum Horizont verfolgt werden. Und wenn das Milchstra\u00dfenzentrum im Zenit stand, leuchtete es so hell, dass man einen Schattenwurf beobachten konnte! Fast in jeder Nacht erlebten wir den Auf- und Untergang der Sterne so, als w\u00fcrden sie an- und ausgeschaltet wie eine Lampe! Dies demonstriert Abb. 2 sehr eindrucksvoll!<\/span><\/p>\n<p class=\"headline\"><span style=\"color: #808080;\">Aktuelle Projekte<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #808080;\">Die Anschaffung einer 260kg schweren deutschen Montierung mit zwei 325-mm-Schneckenr\u00e4dern war die erste Investition des Vereins. Sie soll beim Erscheinen dieses SuW-Heftes auf der Farm Hakos installiert und betriebsbereit sein. Sie wird dann ein C14 tragen, das Wolf-Peter Hartmann zur Verf\u00fcgung gestellt hat.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #808080;\">Unser gr\u00f6\u00dftes Projekt ist ein 70-cm-Teleskop, das am MPIA gebaut wurde, um auf dem Gamsberg aufgestellt zu werden. Das MPIA hat dem Verein das bis auf die Optik und die Elektronik fertige Teleskop \u00fcberlassen, damit dieser es fertigstellen l\u00e4sst, um es danach in Namibia, wenn m\u00f6glich, auf dem Gamsberg, in Betrieb zu nehmen. Zwei weitere Teleskope werden dem Verein von Mitgliedern zur Verf\u00fcgung gestellt:<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #808080;\">Eine von Karl-Ludwig Bath entwickelte 45-cm-Astrokamera (f\/3.6) mit englischer Rahmenmontierung. Ihre kleinere Schwester wird von den Sternfreunden Breisgau e.V. auf dem Schauinsland bei Freiburg betrieben (s. K.-L. Bath: &#8222;Eine neue Astrokamera&#8220;, SuW 36, 782 [8-9\/1997]).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #808080;\">Ein azimutal montierter 80-cm-Hypergraph wird dem Verein zeitweise von Philipp Keller und Wolf-Peter Hartmann zur Verf\u00fcgung gestellt. Er kann sowohl f\u00fcr photographische Zwecke im Prim\u00e4rfokus (f\/4) als auch visuell oder<\/span> <span style=\"color: #808080;\">photographisch im Nasmyth-Fokus (f\/14.6) betrieben werden.<\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"headline\"><span style=\"color: #808080;\">Ausblick<\/span><\/p>\n<p class=\"textblock\"><span style=\"color: #808080;\">Durch die IAS wird es den Amateurastronomen erstmals erm\u00f6glicht, mit Teleskopen bis zu 80cm \u00d6ffnung den S\u00fcdsternhimmel zu beobachten. Das Celestron 14 wird voraussichtlich beim Erscheinen dieses Heftes auf Hakos in Betrieb sein. Wie aus dem erw\u00e4hnten Beitrag von Hans Els\u00e4sser hervorgeht, ist das Gamsberg-Plateau nach wie vor im Besitz der Max-Planck-Gesellschaft. Wir hoffen, in Absprache mit dem Heidelberger MPI f\u00fcr Astronomie, eines oder zwei der beschriebenen gr\u00f6\u00dferen Projekte der IAS auf dem Gamsberg realisieren zu k\u00f6nnen. Diese werden dann an einem der besten Beobachtungspl\u00e4tze stehen und zu den attraktivsten f\u00fcr Amateure zug\u00e4nglichen Instrumenten der Welt geh\u00f6ren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Die Mitgliedschaft in der IAS steht allen interessierten Sternfreunden offen, Anf\u00e4ngern wie &#8222;alten Hasen&#8220;. Interessenten k\u00f6nnen sich melden in der Gesch\u00e4ftsstelle des Vereins:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Dieter Kaiser<\/span><br><span style=\"color: #808080;\">Bichler Strasse 46<\/span><br><span style=\"color: #808080;\">D-81479 M\u00fcnchen<\/span><br><span style=\"color: #808080;\">E-mail-Adresse: Geschaeftsstelle@ias-observatory.org<\/span><\/p>\n<p class=\"source\"><span style=\"color: #808080;\">Dieser Artikel wurde zus\u00e4tzlich ver\u00f6ffentlicht in:<\/span><br><span style=\"color: #808080;\">Mitteilungen der Wissenschaftlichen Gesellschaft Namibia 41 [10-12\/2000] S. 25ff<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #808080;\">Dieser Bericht beschreibt den Zustand im Jahre 2000. Den aktuellen Stand der IAS finden sie unter<\/span> <a href=\"https:\/\/www.ias-observatory.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.ias-observatory.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr width=\"200\" align=\"left\">\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>Anmerkung von uns (Farm Hakos):<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #808080;\">Alle Berichte wurden wie ver\u00f6ffentlicht \u00fcbernommen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Historische Berichte \u00fcber die Entwicklung der Astronomie in Namibia (1972 &#8211; 2000) Ein gro\u00dfer Tag f\u00fcr das Heidelberger Max-Planck-lnstitut f\u00fcr AstronomieBonn warnt vor Sternwartenbau in S\u00fcdwestafrikaStellungnahme der Max-Planck-GesellschaftGAMSBERG \u2013 was nun? &#8211; Hans Els\u00e4sser&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false},"aioseo_notices":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/PapiHE-45","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/253"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=253"}],"version-history":[{"count":37,"href":"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/253\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2648,"href":"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/253\/revisions\/2648"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hakos-astrofarm.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=253"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}